Open Source, auch bekannt als Freie Software, ist ein Paradigma in der Software-Entwicklung, das in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Es handelt sich um Software, bei der der Quellcode von den Entwicklern veröffentlicht wird und frei verwendet werden darf. In der traditionellen Software-Industrie wird das Programm dagegen nur in Form von kompilierten Binärdateien veröffentlicht, aus denen man nicht auf die Funktionalität schließen kann und die nicht von der Konkurrenz verwendet werden dürfen.

Der Open Source Ansatz hat zahlreiche Vorteile und nur wenige Nachteile. Ob eine traditionelle proprietäre Lösung oder eine Open Source Software in Frage kommt, hängt jedoch ganz von den eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten ab. Ein bekanntes Beispiel für Open Source ist die Shop-Software xt:Commerce, die im deutschsprachigen Raum zu den beliebtesten Lösungen im E-Commerce-Bereich gehört. Weitere Beispiele sind das Linux-Betriebssystem, der Browser Firefox und die Office-Suite LibreOffice. Es gibt sogar schon ein erstes Open-Source-Betriebssystem für Digitalkameras.

Die Vorteile des Open Source Ansatzes

Bei Open Source Software wird nicht nur der Quellcode veröffentlicht, sondern er darf frei kopiert und, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden, von jedem anderen Software-Projekt verwendet werden. Bei echter Freier Software darf der Code auch kommerziell genutzt werden. Dies hat zur Folge, dass Open Source Programme einfach an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können, was besonders bei Unternehmens-Software oft ein großer Vorteil ist. Auch kann man den Code selbst weiterentwickeln und daraus ein neues Software-Projekt erstellen, einen so genannten Fork. Weiterhin sind die Programme oft modular aufgebaut und greifen auf die Erfahrung zahlreicher anderer Projekte zurück. Wenn eine neue Funktion gewünscht wird, muss daher nicht das Rad neu erfunden werden.

Ein großer Vorteil ist bei aktiven Open Source Projekten die große Entwickler-Gemeinschaft, die sich häufig über das Internet organisiert. Da jeder in den Quellcode Einsicht nehmen kann, werden Fehler und vor allem Sicherheitslücken schnell gefunden und behoben. Die Entwickler-Community sorgt bei beliebten Projekten oft für eine große Zahl von Software-Erweiterungen, die entweder kostenlos oder kostenpflichtig angeboten werden. Freie Software ist außerdem in der Regel kostenlos nutzbar, so dass Unternehmen damit Lizenzkosten einsparen können.

Die Nachteile

Open-Source-Software in Unternehmen kann auch zu Problemen führen. © lichtmeister - Fotolia.com

Der Open Source Ansatz kann in bestimmten Situationen auch Nachteile haben. Da der Ansatz und viele aktuelle Open Source Programme recht neu sind, ist häufig Schulungsaufwand notwendig, wenn etwa ein Unternehmen schon seit Jahren mit einer proprietären Lösung arbeitet. Auch sind freie Lösungen manchmal inkompatibel zu beliebten proprietären Programmen. Weiterhin kann bei Softwareprojekten, die nicht von einem Unternehmen oder einer anderen Organisation getragen werden, die Zukunft der Entwicklung oft nur schwer sicher abgeschätzt werden. Bei derartigen Community-Projekten steht häufig auch kein eindeutiger Ansprechpartner für den Support zur Verfügung; Garantieansprüche sind in der Regel nicht möglich. Bei vielen Projekten übernehmen heute jedoch unabhängige Anbieter diese Funktion.

Ein Beispiel: Die Shopsoftware xt:Commerce

xt:Commerce ist ein Open Source Shopsystem, das seit 2003 entwickelt wird. Es basiert ursprünglich auf der Software osCommerce. Dank des Open Source Ansatzes war es den Entwicklern möglich, diese Shop-Lösung besser an den deutschsprachigen Markt anzupassen und Verbesserungen vorzunehmen. Aus der Abspaltung wurde besonders seit der Versionsnummer 4 ein eigenständiges Programm, dessen Entwicklung von einem deutschen Unternehmen getragen wird. xt:Commerce profitiert von zahlreichen etablierten Open Source Komponenten wie dem Datenbanksystem MySQL und der Skriptsprache PHP. Dank der aktiven Entwicklergemeinschaft sind zahlreiche Erweiterungen für die Software vorhanden, so dass sie stets an die individuellen Bedürfnisse jedes Unternehmens angepasst werden kann. Auch professioneller Support ist verfügbar.

Von Pascal, 4. Juni 2013, 14:50 Uhr

 

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